Schmerzen in der Schulter – was du dagegen tun kannst, und was du niemals machen solltest.

Schmerzen in der Schulter sollten uns eigentlich nicht verwundern – schließlich ist es das Gelenk unseres Körpers mit der höchsten Beweglichkeit.

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Beim Heben, Laufen. Abstützen, Feiern – Schultern sind immer in Bewegung

Und wenn wir uns das genauer anschauen, dann ist es auch der Teil, der fast ständig in Bewegung ist.

Wenn wir bei Sport oder Tanz die  Schultern plötzlich ruhig halten sollen, dann müssen wir das oft lang und hart trainieren.

Wenn wir Schmerzen in der Schulter haben und diese ruhig halten müssen, erst dann wird uns meist klar, wie sehr uns das einschränkt. Welche Bewegungen plötzlich beschwerlich, und alles Andere als einfach sind.

  1. Die Mitspieler im Team Schulter
    1. Die Gelenke
    2. Bänder und Sehnen
    3. Die Muskeln
  2. Die Auslöser
    1. Weitere Auslöser – das Team um die Mannschaft…
      1. Die Schulterkapsel
      2. Die Schleimbeutel
    2. Das Schulter Impingement
    3. Die Kalkschulter
Schultergelenk

Das Schultergelenk, ein komplexes Meisterwerk


Die Schulter, dieses technische Wunderwerk, kann nur dann reibungslos funktionieren, wenn alle Mitspieler fit und auf dem Posten sind:

  • Die Gelenke, die die Beweglichkeit sicherstellen.
  • Die Bänder und Sehnen, welche die Gelenke stabilisieren und die Verbindung zu den Muskeln halten.
  • Die Muskeln, die mit ihrer Kraft den Apparat in Bewegung setzen.

Schwächelt nur einer von ihnen, dann spürst du das meist schnell, denn dann hast du Schmerzen in der Schulter

Wenn eine Störung an einer Stelle des Apparates reicht, dann sind die Ursachen echt vielfältig…

Ja, wenn es einfach wäre, dann könnte es ja jeder diagnostizieren, deshalb gilt auch an dieser Stelle: geh bei Schmerzen zum Arzt. Der kann das.

Wenn wir uns die einzelnen Mitspieler in unserem Team “Schulter” einmal anschauen und das zusammentragen, was man so über sie weiß, dann können wir schon einmal einen Teil der Ursachen ausmachen.

1. Die Gelenke.

Gelenke sind Knochen und Knorpel, die zusammen

“eine bewegliche Verbindung zwischen zwei Knochen”

darstellen.

Knochen können Brechen, Splittern, gestaucht oder geprellt werden.
Typische Unfallverletzungen.

Dort wo die Knochen im Gelenk aneinander reiben, kann der Knorpel “abgerieben” werden. Besondere Belastungen im Beruf oder bei der Ausübung des Hobbys können dazu führen.

In dem Fall sprechen wir von Verschleißerscheinungen.

2. Bänder und Sehnen.

Bänder und Sehnen können gezerrt, gedehnt, überdehnt werden bis sie reißen. Überbelastung soll hier das Stichwort sein.

3. Die Muskeln.

Auch Muskeln können geprellt oder gezerrt (überdehnt) werden. Genauso können Muskelfasern reißen. Muskeln können übersäuern, verhärten…

Jeder von uns kennt den Muskelkater. Falsche Belastung bis hin zur Überbelastung, ist dafür der Hauptauslöser.  Muskeln können verkrampfen – auch hier kann eine Überbelastung der Auslöser sein, ebenso wie eine Mangelversorgung mit Elektrolyten – oder du hast die Finger nicht vom Alkohol gelassen.

Treten Muskelkrämpfe häufiger, scheinbar grundlos, auf, so sind sie meist ein Anzeichen auf schwerwiegendere Erkrankungen.

Außerdem kennt man das Impingement, bei dem die Muskeln eine Hauptrolle spielen, aber auf das möchte ich weiter unten einzeln eingehen.

Und zu guter Letzt können in Muskeln Entzündungen auftreten. Myalgien – dem Thema werden wir vermutlich einen eigenen Beitrag widmen.

Dazu kommen noch einige Randfiguren, rund um unser starkes Team, auf die ich weiter unten zurückkomme – nur so viel: Mancher davon ist ein echter Schleimbeutel…

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Deine Schulter muss auch mal für Andere stark sein…

Auslöser für Schmerzen in der Schulter und ihre Behandlung

Schauen wir doch mal was wir oben an Ursachen zusammengetragen haben:

    1. Unfall, Sturz, Überlastung – der Fachmann spricht hier von traumatischen Auslösern.

      Trauma – Erschütterung, Schock

      Schulter-Traume

      Ein Trauma für die Schulter

      Unter einem Trauma versteht man in diesem Fall eine Verletzung, die durch äußerliche Gewaltanwendung entsteht.

      Behandlung

      In diesem Fall wird das Schultergelenk meist ruhig gestellt. Eine Schonung der Schulter ist in diesem Fall unumgänglich.

    2. Wie haben wir es oben genannt? Verschleißerscheinungen.
      Genauer sollte ich hier wohl von Arthrose sprechen. Wird sie rechtzeitig behandelt, so kann der Abbau (das “Abschleifen”) des Knorpels eingeschränkt werden.

      Behandlung

      Standard ist eine Behandlung mit Physiotherapie, um die Schulter beweglich zu halten. Außerdem bekommen die Patienten Übungen an die Hand, mit denen sie selbständig trainieren können. Schmerzmittel und Operationen -bis hin zum Gelenkersatz- sollten das letzte Mittel sein. Für mein Gefühl wird oft sehr (zu?) früh zum Skalpell gegriffen. Es gibt auch andere Ansätze, z.B. die Behandlung mittels Osteopressur.

      Schulterbandagen helfen bei Schulterschmerzen.

      Um es nicht ständig wiederholen zu müssen – bei jeder in diesem Beitrag erwähnten Erkrankung / Schädung ist die Unterstützung durch eine Schulterbandage sinnvoll. Die Auswahl auf dem Markt ist riesig. Ich denke, man sollte dabei tatsächlich zuerst auf die Qualität achten und erst dann auf den Preis.

Weitere Auslöser für Schulterschmerzen

Die Schulterkapseln und die Schleimbeutel sind weitere Akteure rund um unser Team “Schulter”. Wie könnte es anders sein: genau wie unsere bisher bekannten Teammitglieder können auch sie für Probleme sorgen.

Die Schulterkapsel

Die Kapsel schützt das Gelenk, sie besteht aus einem äußeren und einem inneren Teil. Der äußere Teil besteht aus straffem Bindegewebe. Ihre Aufgabe ist es für die mechanische Stabilität des Schultergelenks zu sorgen.

Der innere Teil der Kapsel besteht aus lockerem Bindegewebe und kleidet die sogenannte Gelenkhöhle aus.

Nun kann es passieren, dass in der Kapsel eine Entzündung entsteht. Ohne bakterielle Ursachen. Die Folge ist, dass die Schulter versteift – sie ist stark in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt. Sie friert sprichwörtlich ein. Leider tut sie das nicht schmerzlos. Der Name für dieses Krankheitsbild ist Frozen Shoulder.

Die genauen Ursachen dafür, und wie die Entzündungen entstehen, ist noch nicht geklärt. Bisher weiß man nur, dass auch Stoffwechselstörungen eine Rolle spielen.

Behandelt werden die, als Frozen Shoulder erkannten Schmerzen in der Schulter, mit Physiotherapie.

Die Schleimbeutel

Schleim klingt eklig – und für ebensolche Probleme können sie der Auslöser sein. Die Schleimbeutel haben eine wichtige Funktion: sie schmieren quasi die Sehnen und Muskeln. Sie sorgen dafür, dass die Beweglichkeit, besser die Gleitfähigkeit zwischen Sehnen und Muskeln vorhanden ist – kurz:  Die Schleimbeutel sorgen dafür, dass es zwischen den Mitspielern Muskel, Sehnen und Gelenke richtig flutscht. Gleichzeitig bilden sie eine Art Schutzkissen.

Wenn du ungewohnte Bewegungen machst, und dabei die Schulter belastest – gegebenenfalls auch bei Druck, oder generell bei Reizungen, dann können sie sich Entzünden.  Manchmal reicht sogar ein heftiger Schlag.

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Schmerzen in der Schulter: Du hattest schon bessere Tage…

Wenn die Schleimbeutel entzündet sind, merkst du das schnell an – genau –stechenden Schmerzen in der Schulter. Eine Schleimbeutelentzündung fühlt sich wirklich nicht gut an – aber wenn sie richtig (und vor allem zügig) behandelt wird, dann sollte sie nach wenigen Wochen ausgeheilt sein.
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Behandlung

Was macht der Arzt? Die Schulter wird gekühlt und ruhiggestellt. Schonung ist ein wichtiger Teil der Behandlung.  Der Arzt entscheidet auch, ob evtl. der Einsatz von Schmerzmitteln angebracht ist. Manchmal werden auch Salbenverbände angelegt, was aber seltener im Schulterbereich gemacht wird (Schleimbeutel haben wir z.B. auch im Ellenbogen, an der Hüfte, oder im Knie).

Sollte eine Schleimbeutelentzündung nicht behandelt werden, und wenn sie nach drei bis sechs Wochen nicht ausgeheilt ist, dann wird sie gerne chronisch – das heißt sie bleibt. Meist ist die Folge eine Operation. Auch wenn es nur ein kleiner Eingriff ist, solltest du ihn vermeiden.

Das Schulter Impingement und Kalkablagerungen an den Sehnen

Zwei Mitspieler in unserem Team bringen noch einmal ein ganz eigenes Potential als Auslöser für Schulterschmerzen mit: die Muskeln und die Sehnen. Und nun spielen sie auch noch gegeneinander. Diesmal nimmt alles seinen Anfang bei den Muskeln und dem Impingement…

Schulter Impingement
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Seratus und Brustmuskel sind Komplizen beim Schulter Impingement

Schmerzfreie Schultern Deutschlands erst Onlinetherapie gegen das Impingementsyndrom

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Das Schulter Impingement (oder Impingement Syndrom) ist, neben den Schleimbeutelentzündungen, der wohl am häufigsten auftretende Auslöser für Schulterschmerzen.

Beim Impingement entstehen Schmerzen im Schulterbereich, meist bei Bewegungen des Trapezmuskels (also, wenn du beispielsweise etwas vor dem Körper hebst, oder über Kopf arbeitest).

Auslöser ist oft ein Ungleichgewicht durch fehlenden Gegendruck der stützenden Muskulatur. In dem Fall von Serotus und Brustmuskel.

In diesem Video wird ausgezeichnet und leicht verständlich erklärt, was das Impingement ist, woher es kommt –und vor allem, wie man es dauerhaft lösen kann. Schau es dir an, kürzer und klarer kann ich es nicht beschreiben:

Behandlung

Wenn du zum Arzt gehst, was du tun solltest, dann wird er deiner Schulter erst einmal Schonung verordnen, dass heißt der Handball bleibt im Netz, dein Kontrabass wird kurzzeitig zum Stehrümchen – und die Sache mit dem Streichen der letzten Zimmerdecke in der neuen Wohnung, lassen wir dann auch besser mal (vermutlich sind die fertigen Decken daran schuld, dass es so ist). Außerdem wird er dich zur Physiotherapie schicken – den “Arm schonen” heißt nicht, dass du keine Übungen machen kannst, die dir helfen.

Das ist es erstmal, wenn es darum geht die Schmerzen zu lindern.

Aber das kann es ja nicht gewesen sein, schließlich muss dem Auslöser deines Impingements auf den Grund gegangen werden. Die Klärung der Frage was bei dir das Impingement ausgelöst hat, ist elementar dafür, wie es dir zukünftig geht. Denn das Impingement (oder Impingement-Syndrom) ist keine Sache, die du mal hast, und die dann nie wieder kommt. Leider nicht, identifiziert man nicht den Auslöser, so wirst du bei der nächsten starken Belastung dein Impingement wiedersehen.

Oder besser: wieder spüren. Es ist einfach wichtig, Klarheit zu bekommen darüber, was der Grund für die Enge ist, in der dein Muskel gequetscht wird. Manchmal ist dafür eine Op notwendig. Aber dafür hast du deinen Arzt. Manchmal sind die Schmerzen in deiner Schulter, nach einem gezielten Trainingsprogramm dauerhaft verschwunden. Manchmal leider nicht.

Dabei ist es ausgesprochen gut, wenn du das Impingement dauerhaft loswirst, denn es steht unter höchstem Verdacht, der Auslöser für das nächste Schulterproblem sein, wobei jetzt die Sehnen ins Spiel kommen:

Die Kalkschulter

Jetzt muss ich doch noch einen Begriff benutzen, um den ich mich bisher herumgedrückt habe: die Rotatorenmanschette.

Als Rotatorenmanschette bezeichnet man eine Gruppe von vier Muskeln, die das Schulterblatt umfassen, und deren Aufgabe es ist,

den Oberarmknochenkopf in der sehr flachen Gelenkpfanne des Schulterblattes zu halten
(Wikipedia.de)

In dieser, von den vier Muskeln geformten Manschette verlaufen Sehnen.

Link zu Wikipedia.de

Wenn diese Manschette schlecht durchblutet wird, dann kann es zu Kalkeinlagerungen in diesen Sehnen kommen, die in der Manschette verlaufen. Genau hier, als Auslöser der eingeschränkten Durchblutung, tritt das Impingement wieder ungebeten auf die Bühne. Du solltest also wirklich sehen, dass du es dauerhaft loswirst.

Diese Kalkkristalle verursachen nun bei entsprechenden Bewegungen nun Reizungen und Schmerzen im Schultergelenk.

Behandlung

Gehst du rechtzeitig zu deinem Arzt, dann schickt er dich vermutlich zum Physio. Der wird mit dir auch Übungen einüben, die du zu Hause machen kannst. Zögerst du die Behandlung zu lange heraus, dann droht auch die Kalkschulter damit, es sich bei dir gemütlich zu machen und als chronische Erkrankung bleiben zu wollen.

Für die Fälle, in denen ein Training nicht möglich ist, weil es z. B.  zu schmerzhaft ist, soll es neuere Methoden geben, bei denen die Kalkkristalle operativ entfernt, quasi ausgespült werden.

Du fragst dich, warum ich mich um den Begriff “Rotatorenmanschette” herumgedrückt habe? Weil sie bei Unfällen reißen kann (man spricht dann von einer “Ruptur der Rotatorenmanschette“) und ich

  1. den Gedanken nicht weiter verfolgen möchte, und…
  2. …uns das hier zu weit führen würde.

Dann kämen wir tatsächlich endgültig in den Bereich der Chirurgie, und das würde den Rahmen dieser kleinen Übersicht sprengen. wer mag  hat unendliche Quellen, um sich darüber zu Informieren.

Ich hoffe du konntest mit meiner etwas ungewohnten Näherungsweise an das Thema “Schmerzen in der Schulter” etwas anfangen.

Wenn du an weiteren Informationen zu dem Thema interessiert bist (z.B. wie ich mir mein Impingement eingefangen habe und wie ich es wieder loswurde), dann klicke einfach hier.

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