Warum stören uns Schmerzen im Oberarm so sehr?

Mehr als 50% der Deutschen klagen über Schmerzen in der Schulter oder im Arm. Schmerzen im Oberarm treten häufig auf und sie stören uns besonders. Warum ist das so?

Mit Schmerzen im Oberarm ist das Öffnen eines Glases eine Qual

Mit Schmerzen im Oberarm wird selbst das Öffnen eines Gurkenglases zur Qual

Der Oberarm ist ein Teil des Körpers, der bei sehr vielen Tätigkeiten im Alltag bewegt wird. Sei es das Anziehen einer Hose, das Schließen einer Gürtelschnalle, oder das Drehen des Lenkrades im Auto – immer ist der Oberam im Spiel, und als entsprechend störend empfinden wir die Schmerzen an dieser Stelle. Wenn das Abbiegen schmerzt, dann nervt das. Hebt ein Musiker sein Instrument, führt ein Streicher seinen Bogen – dann behindert ihn der schmerzende Arm beim Spielen, und wenn ein neues Gurkenglas geöffnet werden soll – ough, das kann sich jeder vorstellen.

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  1. Woher kommen die Schmerzen im oberen Teil der Arme?
    1. Du hast eher Schmerzen im Ellenbogen oder beim Greifen?
    2. Habe ich ein höheres Risiko, dass Probleme im oberen Bereich der Arme bei mir auftreten?

      1. Was sind Faszien?
  2. Was kann ich selbst tun wenn mich Schmerzen im Oberarm plagen?
    1. Oberarm- und Schultermuskulatur dehnen
    2. Durch Selbstmassage Muskeln im Oberarm entspannen
  3. Was kann ich tun, um Vorzubeugen?
  4. Eine lange unterschätzte Risikogruppe: Musiker.
    1. Richtiges Üben

Woher kommen die Schmerzen im oberen Teil der Arme?

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Anfällig für Überlastung – der Deltamuskel ist oft Auslöser von Schmerzen im Oberarm.

Die Ursachen sind breit gefächert. Überbelastungen der Muskeln und Sehnen lösen ebenso starke Schmerzen im Oberarm aus, wie Gelenkerkrankungen.

Als einer der Hauptübeltäter gilt dabei der Deltamuskel.

Der Deltamuskel ist dafür zuständig, dass wir unsere Arme anheben oder seitlich abspreizen können. Und das in jeweils beide Bewegungsrichtungen (bewegst du deinen Arm nach vorne, dann wird der vordere Teil des Muskels tätig, wird der hintere Teil angespannt, so wird dein Arm zurück geführt).

 

Du hast eher Schmerzen im Ellenbogen oder beim Greifen?

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Golfer klagen zunehmend über eine Überlastung des Brachioradialis – der Golfarm, Tennisspieler und Kletterern sollte er bekannt sein. Aber auch Musikern…

Wenn du Schmerzen am Ellenbogen oder beim Greifen hast (aber beispielsweise auch bei Drehbewegungen der Hand), ist als Grund einer möglichen muskulären Ursachen der Musculus Brachiradialis ein Hauptverdächtiger.
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Tennis, Klettern, Golf – aber auch beim Spielen von Streichinstrumenten ist er aktiv und kann überbelastet werden.

Wichtig ist aber immer überprüfen zu lassen, ob nicht beispielsweise andere schwerwiegende Gründe (wie beispielsweise ein Karpaltunnelsyndrom) für die Schmerzen vorliegen.

Übersicht der menschlichen Muskulatur.

Habe ich ein höheres Risiko, dass Probleme im oberen Bereich der Arme bei mir auftreten?

Man kann tatsächlich sagen, dass es Menschen gibt, die allein aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit, oder ihres Hobbys besonders gefährdet sind Armschmerzen zu bekommen.

Zum Beispiel Maler: Wenn ein Maler eine Decke streicht, dann führt er die Rolle über seinem Kopf hin und her. Jeder der regelmäßig Arbeiten über seinem Kopf ausführt, läuft Gefahr, früher oder später, Schmerzen in der Schulter, oder im Oberarm zu erleiden. Aber auch wenn du täglich lange am Computer arbeitest, kann dich z.B. der sogenannte “Mausarm” treffen.

Die Bewegungsabläufe beim Tennis, das Ausholen und Schlagen eines Squashschlägers, oder auch der Abschlag beim Golfen sind Bewegungen die, wenn sie regelmäßig durchgeführt werden genauso geeignet sind Schmerzen im Oberarm oder am Ellenbogen zu verursachen, wie auch ausgedehntes Muskeltraining im Kraftsport.

Lässt sich die Ursache für Oberarmschmerzen genauer eingrenzen?

Ja. Dabei ist es wichtig mögliche Begleitsymptome, die Art der Schmerzen (also handelt es sich um eher stechende oder dumpfe Schmerzen, ist es eher ein brennender Schmerz) und die genaue Lage der Schmerzen am Oberarm bezeichnen zu können. Auch die Frage, ob der Schmerz ausstrahlt, hilft dabei die Ursachen einzugrenzen.

80% der Patienten mit Schmerzen im Oberarm plagt ein ziehender Schmerz entlang der Nervenbahnen, den Muskeln oder der Faszien.

Was sind Faszien?

Faszinierende Faszien

Außenrum und mittendrin – Faszien sind ein wichtiger Teil unseres Bindegewebes.

Jetzt haben die Köchinnen und Köche einen Wissensvorteil:
Wer schon einmal Fleisch zubereitet hat, kennt die dünnen weißen Häute, die das Steak umhüllen.
Sie sind ein Teil des Bindegewebes und hüllen auch bei uns Menschen die Muskeln ein. Man spricht auch von “Muskelhaut”. Durch die Faszien werden, u.a., einzelne Muskeln voneinander abgegrenzt. In dem Video wird das anschaulich und leicht verständlich erklärt:

Klagen Patienten über derartige Schmerzen, berichten sie meist über eindeutige Bewegungen, die ihnen richtig weh tun. So wird z.B. unser Maler von oben, besonders beim Ausziehen seines T-Shirts über die Schmerzen in seinem Arm fluchen.

Dazu lösen einseitig Belastungen oft auch den Schmerz aus – beispielsweise wenn die schweren Einkäufe in einer Tüte nach Hause getragen werden.

Beruhen Schmerzen im Oberarm immer auf muskulären Problemen?

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Nein. Muskuläre Probleme sind, wenn auch häufig, nur ein Auslöser von Schmerzen am oberen Arm.
Nervenschäden sind der zweithäufigste Grund für dafür. Am Oberarm verortete Schmerzen, die ihre Ursache in Nervenschäden haben, werden oft von einem Kribbeln begleitet. Eingeschlafene Hände sind auch ein weiteres Begleitsymptom.

Thrombosen fühlen sich z.B. in der Anfangsphase oft wie muskuläre  Probleme in dem betroffenen Bereich an. Aus eigener Erfahrung muss ich sagen, dass diese nicht immer sofort richtig erkannt werden …

Wenn ich eine Hebebewegung mache, tut meine Schulter weh…

Schmerzen strahlen von Schulter in Oberarm

Schulterschmerzen strahlen oft in den Oberarm aus

Spürst du Schmerzen im oberen Bereich des Armes, so kann es sein, dass das Schulterschmerzen sind, die in den Arm ausstrahlen.

Die Ursachen dafür reichen von harmlosen Verspannungen oder einem schlichten Muskelkater zu ernstzunehmenden Verletzungen und Krankheiten.

Treten die Schmerzen akut auf oder spürst du sie schon über eine längere Zeit?

Nach Verletzungen und Unfällen kann es zu Muskel- oder Sehnenverletzungen kommen, die nicht ohne weitere Untersuchungen sichtbar sind. Meist sind es dann Risse oder Teilabrisse.

Zu den Schmerzen im Schulterbereich habe ich einen eigenen Beitrag geschrieben. Du findest ihn hier.

Übersicht wo, was, wie…

grobe Übersicht ueber Schmerzorte un moegliche Ursachen

Grobe Übersicht über Schmerzorte und mögliche Ursachen

Was kann ich selbst tun wenn mich Schmerzen im Oberarm plagen?

Also kann ich nur schonen, kühlen und ggf. den Arm hochlagern?
Ein wenig mehr kannst du schon tun. Auch wenn es nicht ganz schmerzfrei sein wird – Dehnen und eine Selbstmassage hilft bei muskulären Problemen.

Bei Muskelverspannungen oder rheumatischen Beschwerden hilft Wärme.

Oberarm- und Schultermuskulatur dehnen

 

Es klingt einfach zu logisch – wenn ich durch etwas Probleme bekomme, dann mache ich einfach das Gegenteil um meine Probleme zu lösen.

Bei Verspannungen und rheumatischen Beschwerdenber bei Schmerzen im Oberarm kann es helfen, die Muskeln nach Anspannung zu dehen.

Es klingt einfach zu logisch – wenn ich durch etwas Probleme bekomme, dann mache ich einfach das Gegenteil um meine Probleme zu lösen.

Hilft nicht immer (bei einer Verbrennung hilft es nicht nachhaltig, wenn ich die Stelle kurz und stark herunterkühle).

Bei Verspannungen und rheumatischen Beschwerden hilft Wärme.er bei Schmerzen im Oberarm kann es helfen, die Muskeln nach Anspannung zu dehen.

Wie das aussehen kann, zeigen dir die folgenden Videos:

Durch Selbstmassage Muskeln im Oberarm entspannen

Dieses Video zeigt dir, wie du selbst Muskelverspannungen im Oberarm lösen, und so deine Schmerzen im Oberarm lindern kannst. Darin wird von Triggerpunkten gesprochen, was ist das?

engl. to trigger ➠ etwas auslösen.

Triggerpunkte sind kleinste Muskelverkrampfungen, die durch Überlastung von Muskelfasern entstehen und Schmerzen verursachen.

Internationale Gesellschaft für Schmerz- und Triggerpunktmedizin e.V.

Selbst Verspannungen lösen in Muskeln, die in den Oberarm ausstrahlen

Was kann ich tun, um Vorzubeugen?

Ganz ausschließen kann man Schmerzen im Oberarm nicht.
Unfällen und Stürzen passieren – und daraus folgenden Verletzungen kannst du nur versuchen, durch besondere Umsicht vorzubeugen. Aber gegen Schäden durch Dauerbelastungen gibt es Möglichkeiten:

Reduziere die Belastung

Beschwerden bei Squashspielern, der Golfarm, der Tennisarm oder auch der Mausarm entstehen als Folge einer Überbelastung der Muskulatur. Einer dauerhaften – eine einmalige reicht dafür nicht aus. Der Tipp klingt banal: vermeide diese Überbelastung.

Und was soll unser Maler oder der Programmierer mit seinem Mausarm tun? Ja, sie können nicht einfach ihren Beruf an den Nagel hängen. Aber sie können zwei Dinge tun um das Risiko zu minimieren:

  1. Sie sollten sich genau, wie es mit der Ergonomie an ihrem Arbeitsplatz aussieht. Ist die Körperhaltung bei der Tätigkeit ungesund? Eine schlechte Haltung kann die Belastung durch die eigentliche Tätigkeit exponentiell verstärken.Gibt es für sie die Möglichkeit ihre Tätigkeit in einer gesünderen Haltung, mit einem anderen Werkzeug. in einem passenderen Umfeld auszuführen. Muss der Maler über Kopf arbeiten, oder kann er die Rolle z.B. auf eine Stange montieren? Bei Musikern spielt oft eine falsche Haltung eine große Rolle, wenn es zu schmerzhaften Problemen im Arm kommt.
  2. Die Kräftigungs- und Dehnübungen der Muskulatur der Arme machen für diese Beiden besonders Sinn. Richtig Trainierte Muskeln können mit Dauerbelastungen besser umgehen als einseitig trainierte oder untrainierte.

Ausgleichstraining

Kräftigungsübungen gepaart mit Dehnübungen sind generell eine gute Idee um Schmerzen im Arm vorzubeugen.

Rumpf-Stabilisator

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Allgemein ist es wichtig, dass du Fehlhaltungen vermeidest. Daraus entstehen dann oft Probleme im Arm oder an den Sehnen. Hast du erst einmal Schmerzen, dann nimmst du eine Schonhaltung ein – klar, denn anders tut es ja weh. Verständlich ja, nur leider löst du damit Probleme an anderer Stelle aus… Ein Teufelkreis!

Wenn die Haltung schuld ist, stellt sich die Frage – bist du schlampig, oder sind die Muskeln, die dich in einer ausgeglichenen Haltung halten sollen einfach zu schwach?”.

Dann solltest du dir ein Trainig suchen, um die Stabilität zu erhöhen. Du solltest aber darauf achten, dass du zu Anfang nicht einfach aus einem Fitnessheft ein, zwei, Übungen nachturnst. Zumindest am Anfang solltest du dir ein Training suchen, bei dem du angeleitet wirst.

Dabei gilt: sanft und schonend soll es sein. Es hilft dir nicht, wenn Muskelberge aufgebaut werden.

Achtung: Hast du noch Schmerzen (egal ob im Oberarm, Ellenbogen, Schulter oder Nacken), dann hole dir ein OK vom Arzt. Wenn dein Arzt dir sagt, diese oder jene Übung darfst du machen, bist du auf der sicheren Seite. Und dann los – worauf wartest du noch?

Ernährung

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Wenn es um das Thema Muskelkräftigung und Muskelaufbau geht, dann empfehlen viele Trainer mittlerweile den Fokus auf die Ernährung zu legen. Auch wem die Gesundheit seiner Muskulatur am Herzen liegt, sollte darauf achten, dass seine Muskeln mit den Nährstoffen versorgt werden, die sie brauchen. Ich möchte hier keine Nahrungsergänzungsmittel empfehlen. Achte einfach auf eine vielfältige und ausgewogene Ernährung.
Wasser als Hauptbestandteil deiner Muskeln, hochwertige Proteine (Fisch, Rindfleisch, Nüsse…), Bohnen, Salate, Reis, Broccoli (schützt durch seinen hohen Anteil an Antioxidantien und Vitaminen nicht nur die Muskulatur), Beeren – die Liste an gesunden und hilfreichen Nahrungsmittel ist lang und umfangreich genug, um auf Pillen und Püderchen zu verzichten. Kohlehydrate und Proteine sollten für die Gesundheit der Muskeln in deinen Oberarmen ein Rolle spielen. Mittelchen um Muskelberge aufzupumpen brauchst du nicht.

Eine lange unterschätzte Risikogruppe: Musiker.

Musiker sollten achtsam sein

Musik heilt – leider nicht immer die Musiker.

Schmerzen im Arm, Rücken, Handgelenk oder Schulter, Entzündungen in den Sehnenscheiden – Musiker sind mittlerweile neben Sportlern eine der am stärksten wachsenden Patientengruppen bei Orthopäden, deshalb gehen wir jetzt näher auf diese Zielgruppe ein.

Kennst du das auch?
Du möchtest grad so richtig loslegen, da spürst du diesen Schmerz.
Aua – ärgerlich, blöd, dass die Schmerzen im Arm dich grad jetzt stören.

Hast du dich schon einmal gefragt, ob die Schmerzen nicht vielleicht von deinem geliebten Instrument kommen?

Natürlich nicht direkt – aber indirekt, durch das Spielen, Üben, Üben…
Dabei musst du doch Üben – so viel wie es geht, heißt es. Und du willst ja auch.
Sollte es so sein, das diese Notwendigkeit, tatsächlich ein Übel sein kann?

Einige Instrumente beanspruchen den Körper einseitig, andere verlangen nicht nur klanglich eine saubere Spieltechnik.

Nicht nur Bassisten und Saxofonisten kennen die Probleme mit den Sehnenscheiden. Schulterschmerzen, Schulter-Arm-Syndrom bis hin zu
Sehnenscheidenentzündungen – allesamt verbreitet unter Musikern.

Einige Musikhochschulen haben reagiert und den Punkt Musikergesundheit in ihre Lehrpläne integriert. Nachvollziehbar und mehr als überfällig, denn von der Gesundheit hängen Existenzen der Studenten ab.

Schmerzen im Arm, Schulter oder Gelenken – Ein Problem im Alter?

Weit gefehlt.

Kleinkind fragt ob Schmerzen im Oberarm erst im Alter kommen

Mich erwarten Oberarmschmerzen doch frühestens im Rentenalter – oder?

Eine Studie im Auftrag der Internationalen Musikschulakademie Kulturzentrum Schloss Kapfenburg zum Thema Musikergesundheit zeigt, dass schon junge Musiker in Nachwuchsorchestern gleichermaßen von körperlichen Beschwerden betroffen sind.

Außerdem wurde festgestellt, dass die Beschwerden oft erst dann ernst genommen und behandelt werden, wenn die Folgen der Beanspruchung offenbar werden. Aber das ist oft zu spät.

Also, was tun bei Schmerzen?

Das Instrument in die Ecke stellen? Nicht üben? Die Kollegen hängen lassen, die ebenfalls viel Fleiß in die Vorbereitung stecken?

Das hängt einzig und allein davon ab, welche Beschwerden du hast.

  • Es klingt hart, aber wenn du Schmerzen hast, dann gehört dein Instrument in den Koffer und du zum Arzt. Bei Schmerzen im Bereich der Sehnen und Sehnenscheiden besser gestern als heute!
  • Rechtzeitig diagnostiziert sind Sehnenscheidenentzündungen oder ein Karpaltunnelsyndrom heilbar und du wirst nach entsprechender Behandlung normalerweise problemlos dein Instrument spielen können. Unbehandelt sprechen wir von Folgen wie irreversiblen Lähmungserscheinungen. Kein Konzert, kein Solo der Welt ist es wert, dafür dauerhafte Schädigungen in Kauf zu nehmen. Kein ernstzunehmender Dirigent, Orchesterleiter oder Bandleader wird das von dir verlangen. Falls doch, ist er erwiesenermaßen ein Idiot.In aller Regel sind wir es selbst, die uns einreden, dass das doch noch geht…
  • Plötzliche heftige Schmerzen im linken Arm können ein Anzeichen für einen Herzinfarkt sein. Der Schmerz soll in diesem Fall “vernichtend”, also an Heftigkeit nicht zu übertreffen sein. Auf einer Schmerzskala von 10 bis 10 also eine 10 und höher…
  • Du leidest unter Verspannungen in der Schulter-, Nacken- und Rückenmuskulatur?
    Die Auswahl der Trainings zur Entspannung und Kräftigung der Muskulatur und der Faszien ist groß. Sowohl in einem Studio oder online angeleitet bei dir zuhause ergänzt das auch hervorragend deinen Probeplan. Das beste Trainig ist das Training welches man tatsächlich absolviert.

Welche Ärzte helfen bei Schmerzen im Arm?

Standard ist ja der Weg über den Hausarzt, der dich dann weiter zu dem, seiner Meinung nach, passenden Kollegen überweist.
Bei Problemen mit dem Bewegungsapparat – also Knochen, Muskeln und Bänder, usw. ist der Orthopäde der richtige Ansprechpartner.

Höre in deinen Körper hinein

Sei aufmerksam, wenn du im Arm oder im Nacken, in Schulter oder Rücken, Schmerzen spürst.
Probleme an den Sehnenscheiden kündigen sich meist an. Sie sind ein Zeichen für eine unsaubere Spieltechnik. Das kann sich auch bei erfahrenen Musikern einschleichen. Als wirksamstes Hilfsmittel empfehle ich in diesem Fall, sich ein oder zwei Stunden bei einem Instrumentallehrer zu nehmen.
Dieser wirft ein Auge auf deine Technik (Handhaltung) und gibt dir Hinweise zur Korrektur der Fehlhaltung.

Bei aufkommenden Problemen: schraube das Pensum herunter. Ändere deinen persönlichen Probenplan – unser Tipp: schenke deinem Körper den Ausgleich, den er dringend nötig hat.
Bei sitzenden Musikern bedeutet das Bewegung und Training.

Du weisst, dass bestimmte Teile deines Körpers beim Spielen besonders belastet werden?

Stärke sie!
Bereite deinen Körper mit Training der belasteten Körperpartien auf das vor, was du mit ihm vorhast.
Trainiere, oder lass dich trainieren. Optimalerweise Muskelkräftigung, Beweglichkeit und Koordinationsübungen im Gleichschritt!

Du belastest bei deinem Spiel deinen Körper einseitig?

Gleiche es aus!

Einseitige Dauer-Belastung führt häufig zu chronischen Schmerzen

PD. Dr. med. habil Bastian Marquaß, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Spezialist für Schulter und Ellenbogen.

Die Begriffe und Beispiele dafür sind reichhaltig: der Tennisarm, der Mausarm, der Golfellenbogen…
Allesamt Folgen einseitiger Dauerbelastung. Das Ergebnis sind Schmerzen im Arm, im Rücken,  Schulterschmerzen, Probleme in den Händen und in den Fingern. Das, obwohl die einzelne Tätigkeit an sich kaum Belastungspotential bietet…

Nehmen wir als Beispiel die Querflöte

Vom Gewicht her eines der leichtesten Instrumente (nach Proben und Auftritten daher gerne von Schlagzeugern und uns Bassisten mit unserem Equipment beneidet…).

In langen intensiven Übephasen kommt es trotzdem zu:

  • Schmerzen in der Hand
  • Nackenschmerzen und Verspannungen
  • Rückenschmerzen

Trainierst du deinen Körper dafür, dann wirst du spüren, dass diese unnötigen Nebenwirkungen
deines Hobbys minimiert werden.

Wer übt, kann nix? Falsch – Übung macht den Meister.

…wenn du ein Meister beim Üben wirst. Dann kannst du gesund, regelmäßig und kontinuierlich üben – und nur so kannst du dich verbessern. Ohne Gefahr zu laufen, dir durch Überlastung Schmerzen im Arm oder Schulterbereich, den Sehnenscheiden oder Gelenken ggf. langwierige oder gar chronische Probleme einzufangen.

Übst du nach der Maxime “Hauptsache viel und Hauptsache lange!”, dann sind Schwierigkeiten vorprogrammiert.

Dazu kommt, dass eine unsaubere Technik schnell zu gravierenden Problemen führen kann.
Du möchtest vorankommen und übst fleißig und übst und übst…

Durch schleichende Ermüdung wird dein Spiel unsauberer und du übst weiter, bis irgendwann die Sehnen schmerzen. Gerade in Zeiten einer Konzertvorbereitung oder kurz vor einem Gig muss die knappe Probenzeit effektiv genutzt werden.

Viel hilft nicht immer viel.

Ein kurzer Exkurs zum Thema üben.
Bernd Kiltz gibt in seinem Video wichtige Tipps zum effektiven Üben. Er zeigt, wie die Probezeit zu Hause effizient genutzt werden kann – und so vielleicht sogar kürzer werden kann. Seine Hinweise sind allgemeinverständlich und auch auf andere Instrumente zu übertragen:

  1. Übe nicht zu schnell.

    Spiele, langsam, spiele sauber – Dinge, die mehrfach gleich gespielt werden, werden im motorischen Gedächtnis abgespeichert (egal ob richtig oder falsch). Anhaltspunkt für das richtige Tempo ist, wenn du eine Passage sieben mal hintereinander fehlerfrei in diesem Tempo spielen kannst. Lass dir “Luft nach oben” beim Übetempo. Wenn du zu schnell übst, vergeudest du Übezeit. Bekomme die Töne in die Finger – dann kommt das Tempo von ganz allein.

  2. Übe nicht zu viel

    Das Kurzzeitgedächtnis hat Raum für ca 7 Informationen.
    Also teile die zu übenden Prasen in Stückchen von bis zu 7 Tönen auf. Übe diese, bis du sie 7x fehlerfrei spielen kannst. Dann auf zum nächsten Teil. Wenn die Teile der Prasen funktioneren, dann spiele die gesamte Phrase.

    Für die notwendige Entspannung:


    Musikalisches  Lagerregal Für 8 Flaschen (Wein Champagner Prosecco)

    Wenn du die Phrase beherrscht, dann wird z.B. diese gesamte Phrase zu einer einzigen Information, die in unserem Kurzzeitgedächtnis Platz findet – nach weiterem Üben wird es die Kombination mehrerer Phrasen sein. Und so weiter…

  3. Fang nicht immer von vorne an.

    Irgendwer hat uns einmal eingebläut “wenn es nicht klappt, dann fange von vorne an”.
    Auch wenn der Fehler am Ende einer längeren Phrase passiert. Wozu? Das die schlechteste, ineffektivste Art und Weise zu Proben. Ein Zeitfresser mit marginalem Lerneffekt.

    Du erreichst dein Ziel wesentlich schneller, wenn du das Ende der Phrase übst, bis du es spielen kannst (7x…) um dann den gesamten Teil zu spielen.

  4. Nutze zusätzliche Übematerialien

    Mir hat es sehr geholfen, nicht nur die jeweiligen Orchesterstücke, oder die auf dem Probenplan der Band stehenden Stücke zu proben. Schaut euch im Handel um. Das Angebot ist groß.
    Ich hatte einmal viel Spaß an Skalen für Celli. Grad in Phasen, in denen evtl. in Band oder Orchester der Spaß oder der Anreiz nicht so groß ist – fülle deine Probenzeit mit Sachen, die dir Spaß machen.

  5. Plane deine Probenzeit.

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    Das Üben sollte in deinem Wochenablauf seinen festen Platz haben. Plane die Probezeiten dabei in übersichtlichen Abschnitten. Zwei Wochen ist in meinen Augen ein guter Zeitraum, um deine Probezeiten (mit Pausen!) festzulegen, ohne zu viel an Flexibilität einzubüßen.
    Es hilft tatsächlich eine Probenroutine zu haben.

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